Verbesserung

Kontinuierliche Verbesserung von Managementsystemen

Was nutzt ein ISO 9001 Zertifikat?

Nutzen eines QM-Systems bzw. von einem ISO 9001 Zertifikat

Böse Zungen behaupten, dass der Nutzen von ISO 9001 Zertifizierungen auf der Umsatzseite von QM-Berater*innen und Zertifizierungsgesellschaften liegt, flankiert von Schulungsanbietern, Fachbuchautor*innen und dem Beuth-Verlag.

Gleichzeitig fordern weiterhin Kunden verschiedener Branchen von ihren Lieferanten eine Zertifizierung nach ISO 9001 oder ein entsprechendes Branchenzertifikat (IATF 16949, ISO 13485, IFS, …).

Da stellt sich die Frage nach dem realen Nutzen eines ISO 9001 Zertifikats.

Nutzen? Nutzen für wen? Für die zertifizierten Unternehmen oder deren Kunden?

Um die Frage beantworten zu können, muss man verstehen


Pawlowsche Audits

Pawlowsche Audits

Durch Zertifizierungen nach ISO 9001, ISO 14001 oder weiter Managementsysteme, sind Organisationen in der Pflicht interne Audits durchzuführen.

In den meisten Fällen werden diese so durchgeführt, wie die Beauftragten (QMB, UMB, …) oder deren externe Beratung das festlegen. Die Form wird selten infrage gestellt.

Erschwert wird das Ganze, wenn Kunden die Form von Audits vorgeben (z.B. VDA 6.3).

Hören Sie in dieser Episode, warum die oberste Leitung alternative Vorgehensweisen kennen sollte und warum messbare Auditerfolge nicht zwingen Erfolge im Sinne der Qualität sind.

Viel Spaß beim Hören dieser Episode des Impuls-Blog-Podcasts.


Prozessoptimierung

Prozessoptimierung

Prozessoptimierung verfolgt unterschiedliche Ziele. Neben robusten Prozessen erklingen immer häufiger Forderungen zur Nachhaltigkeit und zur Digitalisierung. Dieser Beitrag soll helfen, den jeweils passenden Fokus zu setzen.

Viel Spaß beim Hören diese Impuls-Blog-Podcast Beitrags.


Wenn Sie Ihr QM-System für sich pflegen …

Turtle Prozessmodell

In der Regel fühlen sich Organisationen von ihren Kunden dazu gezwungen, sich das QM-System nach ISO 9001 zertifizieren zu lassen. Daher wird die Zertifizierung als unliebes Thema möglichst so wegdelegiert, dass es für eine Zertifizierung ausreicht. Den meisten Organisationen ist nicht bewusst, welche Chancen sie hierdurch verschenken.

Ich gebe zu, dass so manches Zertifizierungsaudit nerven kann. Das Zertifizierungsaudit findet jedoch nur einmal jährlich statt. Ihr QM-System sollte jedoch über das ganz Jahr hinweg gelebt werden.

Wenn Sie Ihr QM-System für sich pflegen (und nicht nur für die Zertifizierung), reflektieren Sie die Wirksamkeit Ihrer Regeln. Das kann in geplanten Abständen erfolgen (interne Audits, Managementbewertung, …) und ereignisorientiert ausgelöst werden (Reklamationen, externe Audits, …). Ein Indiz für ein NICHT gelebtes QM-System ist, wenn die z.B. Managementbewertung nur jährlich und zufälligerweise einen Monat vor dem nächsten Zertifizierungsaudit erfolgt. Intern erkennen Sie Scheinsysteme an der Hektik vor Zertifizierungsaudits, wenn zu offenen Maßnahmen irgendetwas noch schnell gemacht werden muss.


Mitarbeitende im Mittelpunkt vom PDCA-Zyklus

Mitarbeitende im Mittelpunkt vom PDCA-Zyklus

Was der PDCA-Zyklus*1 mit menschlichen Bedürfnissen zu tun hat

Die Bedeutung der Befriedigung von Bedürfnissen ist nicht erst seit der nach Abraham Harold Maslow (1908-1970) benannten Bedürfnispyramide bekannt. Durch Arbeit an sich, können bereits wichtige Bedürfnisse befriedigt werden. Hierzu gehören z.B. Akzeptanz, Anerkennung, Beitrag leisten, Effizienz, Entwicklung, Erfolge feiern (z.B. nach jedem 8d-Report), Gemeinschaft, Kollegialität, Kontakt, Struktur, Teamgeist, Unterstützung, Wirksamkeit und Zugehörigkeit.

Werden Mitarbeitende in alle Phasen des PDCA-Zyklus „angemessen“ eingebunden, so werden weitere Bedürfnisse berücksichtigt. Mit der Befriedigung weiterer Bedürfnisse steigen Motivation und Entfaltungsmöglichkeiten, wovon Unternehmen, Mitarbeitende und Kunden profitieren.

Was bedeutet jedoch „angemessen“ bei der Einbindung in den PDCA-Zyklus?

In vielen Organisationen reduziert sich die Mitwirkung der Masse auf das „D“ im PDCA-Zyklus, dem Tun. Es wird erwartet, dass dokumentierte Prozesse bzw. Arbeitsanweisungen ausgeführt werden und bei Fehlverhalten droht oft Strafe. Im schlimmsten Fall werden interne Audits als „C“ des PDCA-Zyklus missbraucht, um lediglich Fehlverhalten zu den Vorgaben aufzudecken.


Unparteilichkeit im Audit

Unparteilichkeit im Audit

Was nicht geht, geht nun mal nicht

Seit der ersten Revision der ISO 9001 im Jahr 1987 finden wir unter „Interne Audits“ die Anforderung: „Die Organisation muss Auditoren so auswählen und Audits so durchführen, dass Objektivität und Unparteilichkeit des Auditprozesses sichergestellt sind.“

Endlich findet man im Entwurf der kommenden ISO 19011 im Abschnitt Auditprinzipien die folgende Relativierung zum Begriff Unabhängigkeit im Audit: „Bei kleineren Organisationen kann es sein, dass die internen Auditoren nicht komplett unabhängig von der Tätigkeit sind, die auditiert wird; es sollten aber alle Anstrengungen unternommen werden, um Voreingenommenheit zu beseitigen und Objektivität zu fördern.“ Bei den Definitionen der ISO 9000 finden wir keine weiteren Hinweise.

Hören Sie sich auch den Podcast zum Thema an:

Was eine „kleinere“ Organisation ist, bleibt der Interpretation des Lesers überlassen. Nehmen wir an, dass in einem Unternehmen mit 150 Mitarbeitern zehn interne Auditoren ausgebildet wurden (was schon überdurchschnittlich viel wäre). Diese kommen aus verschiedenen Abteilungen und Hierarchieebenen. Sind zum Beispiel Auditoren aus der Produktion unparteiisch, wenn sie den Einkauf auditieren? Wahrscheinlich kennen sich die Kollegen und durch die Wechselwirkungen der Prozesse entstehen zwangläufig eigene Interessen oder themenbezogene Neigungen. Zudem beeinflussen die persönliche Beziehung und der Nasenfaktor die Objektivität im Audit, wenn auch nur unbewusst.
Um diesem Dilemma zu entgehen, buchen einige Organisationen externe Auditoren zur Durchführung interner Audits. Jedoch auch hier dürfen Objektivität und Unparteilichkeit im Audit infrage gestellt werden.


Muss denn immer alles besser werden?

Muss denn immer alles besser werden? KVP ISO 9001:2015

Muss denn immer alles besser werden? Ja, leider!

In der Playlist meiner Tochter darf der Song „Besser werden“ von Yvonne Catterfeld nicht fehlen. Im Refrain fragt die Sängerin: „Muss denn wirklich alles besser werden um gut genug zu sein? Weiter, schneller, höher, damit es endlich reicht?“ Auch wenn Frau Catterfeld eine Liebesbeziehung besingt, denke ich bei diesen Textzeilen an Unternehmen und deren Zwang, immer wieder besser werden zu müssen.

Externe oder interne Rahmenbedingungen und Anforderungen interessierter Parteien (Kontext der Organisation) sind selten statisch. Viele Veränderungen können sich negativ auf Unternehmen auswirken. Die Themen reichen von rechtlichen Änderungen, über steigende Kosten bis hin zum Kampf um gute Mitarbeiter.

Wenn Unternehmen sich in guten Phasen auf ihren Erfolgen ausruhen und nicht weiter nach Verbesserungen suchen, dann kann sich das rächen. Wenn man zu spät reagiert, erschweren eventuell folgende Aspekte die Umsetzung erforderlicher Veränderungen:


Wieso ISO? – Mein Buch ist fertig

Wieso ISO

Wieso ISO?

Über Sinn und Unsinn bei Zertifizierungen
nach ISO 9001 und co.

Ich freue mich, dass ich mein Buch noch in diesem Jahr fertigstellen konnte. Ab sofort kann es bei Amazon.de für 15,90 € erworben werden.

Was erwartet die Leserinnen und Leser?

„Wieso ISO?“ ist keine weitere Anleitung zur Einführung eines QM-Systems auf Basis der ISO 9001:2015. Vielmehr wird reflektiert, warum in vielen Organisationen das Qualitätsmanagement einen schweren Stand hat und selbstverständlich enthält es zahlreiche Anregung zur Verbesserung der Wirksamkeit von Managementsystemen.

Viele Beispiele runden das Leseerlebnis ab. Negativbeispiele sollen die Unsinnigkeit vor Augen führen und Positivbeispiele sollen Anregungen zur Verbesserung geben. Zudem habe ich mich bemüht, einen lockeren Sprachstil zu verwenden (Lesbarkeit und Spaß stehen über dem wissenschaftlichen Anspruch).

Buchrückentext

Jahr für Jahr finden in Deutschland pro Arbeitstag über 200 Zertifizierungsaudits statt. Im Vorfeld wird in den Unternehmen aufgeräumt. Dokumente werden hektisch auf Vordermann gebracht. Am Tag des Audits herrscht Unsicherheit. Bloß nichts Falsches sagen oder zeigen. Am letzten Audittag lauscht die Führungsriege gebannt dem Abschlussgespräch. Endlich fällt der entscheidende Satz: „Wir werden die Zertifikatserteilung empfehlen.“

Hurra, es ist geschafft! Wieder ein Jahr Ruhe vor der ISO 9001.


Paralleluniversum zum QM-System entdeckt

Paralleluniversum

Was nach Science-Fiction klingt, ist bei zertifizierten Managementsystemen an der Tagesordnung. Mitarbeiter kommen täglich in die Organisation und erledigen, was erledigt werden muss. Dieses System nennen wir das Reale-Arbeits-System, kurz RA-System.

Parallel dazu existieren in einem QM-Dokumentationskomplex Verfahren und Anweisungen, nach denen diese Mitarbeiter agieren sollten, kurz QM-System. Darüber hinaus enthält dieses QM-System Beschreibungen von Kennzahlen und Analysemethoden.

Um zu prüfen, wie weit sich das QM-System vom RA-System entfernt hat, werden oftmals die sogenannten Prozessverantwortlichen (ein Begriff aus dem QM-System; im RA-System nennen sie sich Abteilungsleiter) jährlich aufgefordert, die Verfahren und Anweisungen auf Aktualität zu prüfen. Die Aufforderung kommt aus dem Paralleluniversum von einem QMB (= Quälgeist muss betteln), weshalb sie im RA-System kaum wahrgenommen wird. Die Kommunikation zwischen den beiden Systemen erfolgt scheinbar durch ein schwarzes Loch, durch dessen dichte Masse relevante Informationen zerquetscht werden und niemals den Empfänger erreichen.

Ein ganzes Jahr lang können diese beiden Systeme in friedlicher Koexistenz tun und lassen, was der Chef vom RA-System will. Doch regelmäßig tritt das Naturphänomen des Zertifizierungsaudits auf. Hierbei werden von externen Auditoren (Wesen aus weit entfernten Welten) im RA-System Fragen zum QM-System gestellt. Das führt oft dazu, dass anstelle der befragten Abteilungsleitung der QMB (= Qualitäter murmelt Bedeutsames) für die korrekte Beantwortung einspringt. Das mag ein Grund dafür sein, dass die Normschreiber des technischen Komitees TC176 (ein ISO-lierter Planet am Rande aller Systeme) keine QMBs (= Quatscht meist Blödsinn) mehr als Herrscher des QM-Systems fordern.


Sinnlose Workshops

Kreative Workshops

„Warum setzten Sie sich nicht mal für eine Stunde mit Ihren Mitarbeitern zusammen und überlegen gemeinsam, was getan werden könnte?“ Unabhängig vom Thema, erhalte ich auf solche Vorschläge Gegenreaktionen, welche sinngemäß lauten: „Von unseren Mitarbeitern kommen keine Ideen. Die gucken Sie bei so etwas nur blöd an. Da kommt nichts.“

Ergänzt werden solche Aussagen mit: „Das haben wir alles schon mal versucht.“ Oftmals liegen solche ‚Versuche‘ bereits viele Jahre in der Vergangenheit. Fragt man weiter nach der verwendeten Methodik bei dem ‚Versuch‘, den Mitarbeitern Ideen zu entlocken, stößt man häufig ins Nirvana. …


Bleiben Sie in der Corona Zeit gesund und nehmen Sie Rücksicht.

Scroll to Top